Donnerstag, 22. Januar 2009
Finanzkrise - und keiner geht hin.
arica, 12:47h
Stellt euch vor, ihr sitzt in euerer Münchner Penthousewohnung abends am Kaminfeuer und guckt gerade Dr. House.
Und plötzlich wird die Gehirnoperation ausgeblendet und ein erschüttert wirkender Sprecher berichtet vom Beginn eines weltweiten Nuklear-Kriegs. In Russland wäre versehentlich eine Atomrakete Richtung Washington gestartet worden, die nicht mehr gestoppt werden konnte, und daraufhin hätten die Amerikaner seinerseits Moskau ausgelöscht. Inzwischen sei auch Mitteleuropa betroffen und u.a. München dem Erdboden gleich gemacht.
Da stutzt ihr ein wenig und erhebt euch mit dem Chateau-Rotshild-Glasin der Hand, um aus dem Panoramafenster zu blicken. Und was seht ihr? Alles friedlich, wie immer. Autos fahren, der Olympiaturm leuchtet und weit entfernt ruht das Fußballstadion in Knallrot.
Seltsam...
Und ungefähr so fühlt sich momentan die Finanzkrise an. Mein Bäcker verkauft weiterhin Brötchen, mein Tankwart hat den Sprit billiger gemacht und mein Wirt lässt immer noch anschreiben.
Es kann natürlich gut sein, dass ich mich täusche, und die Welt ist inzwischen voll von entlassenen Leiharbeitern, obdachlosen Eigenheimbesitzern und arbeitslosen Top-Bankern, aber woher soll ich das wissen? Meine unmittelbar erfahrbare Welt sieht anders aus, und sie unterscheidet sich von der Welt, wie die Medien sie darstellen, fast genauso irritierend wie in der Geschichte vom Atomkrieg.
Natürlich kann es gewissenhafte Journalisten geben, die die Opfer der Finanzkrise tatsächlich kennengelernt haben, und daher wissen, dass es sie gibt, aber die können ja nicht das ganze vermeintlich Ausmaß der Krise eigenhändig überprüfen. Es werden also Statistiken, Finanzberichte, Gewinnwarnungen, Prognosen etc. zusammengetragen und durch die Medienlandschaft gespült, allenfalls mit Reportagen über Einzelschicksale garniert.
Vielleicht ist es aber in Wirklichkeit so: Uns droht ausnahmsweise eine Rezession, und das ist aber gar nicht weiter schlimm. Banken, ein paar empfindliche Großunternehmen und vor allem deren Führungskräfte finden das aber schon schlimm, weil deren Gewinne und Gehälter ziemlich leiden würden, und da passt ihnen das Gerede von der Katastrophe ganz gut - vielleicht helfen sie ja beim Befeuern mit. Schließlich wird ihnen ja jetzt ganz kräftig geholfen - in geradezu schwindelerregendem Ausmaß.
Könnte ja sein.
Die Idee, dass die Politiker da oben, die über diese Hilfsgelder entscheiden, besser informiert sind als wir, ist natürlich frommes Wunschdenken. Die haben ja schließlich auch nur die Medien, die wir haben. Und vielleicht noch schlimmer: Sie haben auch noch Lobbyisten vor der Bürotür, die uns erspart bleiben.
Also: Solange mein Wirt mich für kreditwürdig hält, gehe ich nicht zur Finanzkrise.
Man mag mich ruhig deswegen naiv nennen.
Erfreuliche Börsentage!
Und plötzlich wird die Gehirnoperation ausgeblendet und ein erschüttert wirkender Sprecher berichtet vom Beginn eines weltweiten Nuklear-Kriegs. In Russland wäre versehentlich eine Atomrakete Richtung Washington gestartet worden, die nicht mehr gestoppt werden konnte, und daraufhin hätten die Amerikaner seinerseits Moskau ausgelöscht. Inzwischen sei auch Mitteleuropa betroffen und u.a. München dem Erdboden gleich gemacht.
Da stutzt ihr ein wenig und erhebt euch mit dem Chateau-Rotshild-Glasin der Hand, um aus dem Panoramafenster zu blicken. Und was seht ihr? Alles friedlich, wie immer. Autos fahren, der Olympiaturm leuchtet und weit entfernt ruht das Fußballstadion in Knallrot.
Seltsam...
Und ungefähr so fühlt sich momentan die Finanzkrise an. Mein Bäcker verkauft weiterhin Brötchen, mein Tankwart hat den Sprit billiger gemacht und mein Wirt lässt immer noch anschreiben.
Es kann natürlich gut sein, dass ich mich täusche, und die Welt ist inzwischen voll von entlassenen Leiharbeitern, obdachlosen Eigenheimbesitzern und arbeitslosen Top-Bankern, aber woher soll ich das wissen? Meine unmittelbar erfahrbare Welt sieht anders aus, und sie unterscheidet sich von der Welt, wie die Medien sie darstellen, fast genauso irritierend wie in der Geschichte vom Atomkrieg.
Natürlich kann es gewissenhafte Journalisten geben, die die Opfer der Finanzkrise tatsächlich kennengelernt haben, und daher wissen, dass es sie gibt, aber die können ja nicht das ganze vermeintlich Ausmaß der Krise eigenhändig überprüfen. Es werden also Statistiken, Finanzberichte, Gewinnwarnungen, Prognosen etc. zusammengetragen und durch die Medienlandschaft gespült, allenfalls mit Reportagen über Einzelschicksale garniert.
Vielleicht ist es aber in Wirklichkeit so: Uns droht ausnahmsweise eine Rezession, und das ist aber gar nicht weiter schlimm. Banken, ein paar empfindliche Großunternehmen und vor allem deren Führungskräfte finden das aber schon schlimm, weil deren Gewinne und Gehälter ziemlich leiden würden, und da passt ihnen das Gerede von der Katastrophe ganz gut - vielleicht helfen sie ja beim Befeuern mit. Schließlich wird ihnen ja jetzt ganz kräftig geholfen - in geradezu schwindelerregendem Ausmaß.
Könnte ja sein.
Die Idee, dass die Politiker da oben, die über diese Hilfsgelder entscheiden, besser informiert sind als wir, ist natürlich frommes Wunschdenken. Die haben ja schließlich auch nur die Medien, die wir haben. Und vielleicht noch schlimmer: Sie haben auch noch Lobbyisten vor der Bürotür, die uns erspart bleiben.
Also: Solange mein Wirt mich für kreditwürdig hält, gehe ich nicht zur Finanzkrise.
Man mag mich ruhig deswegen naiv nennen.
Erfreuliche Börsentage!
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Montag, 19. Januar 2009
Die erste Frage: Gibt es das Fernsehen - oder allgemeiner: Woher weiß ich, dass es die Welt da draussen überhaupt gibt?
arica, 18:23h
Auf den ersten Blick vielleicht eine alberne Frage, aber tatsächlich etwas komplizierter.
Selbst wenn ich andere fernsehende Menschen frage, ob es denn dieses Medium überhaupt gibt, und die mir das alle beschwören - woher will ich wissen, dass es diese Menschen überhaupt gibt, und ich mir deren Existenz einschließlich deren Antworten auf meine Frage nicht nur einbilde?
Denn ausser mit meinen Sinnen habe ich ja keine andere Möglichkeit, die Welt (und sogar mich selbst!) wahrzunehmen. Also vielleicht alles nur ein großer Traum?
Mag nach erkenntnistheoretischem Geplänkel klingen, aber eigentlich geht es dabei um den Kern dieses Blogs.
Denn der Umstand, dass ich alle Informationen über die Welt ausserhalb des mit meinen Sinnen unmittelbar erfahrbaren Bereichs ausschließlich über die Medien bekomme, lässt immer wieder Zweifel am Wahrheitsgehalt und vielleicht sogar in besonders ver-Zweifelten Momenten an der ganzen per Medien mir vorgeführten Welt aufkeimen.
Es stellt sich also die Frage, wie ich diese Zweifel in den Griff bekomme.
Denn einfach zu sagen: "Die lügen alle" ist kein sinnvoller Weg.
Oder vielleicht doch?
Selbst wenn ich andere fernsehende Menschen frage, ob es denn dieses Medium überhaupt gibt, und die mir das alle beschwören - woher will ich wissen, dass es diese Menschen überhaupt gibt, und ich mir deren Existenz einschließlich deren Antworten auf meine Frage nicht nur einbilde?
Denn ausser mit meinen Sinnen habe ich ja keine andere Möglichkeit, die Welt (und sogar mich selbst!) wahrzunehmen. Also vielleicht alles nur ein großer Traum?
Mag nach erkenntnistheoretischem Geplänkel klingen, aber eigentlich geht es dabei um den Kern dieses Blogs.
Denn der Umstand, dass ich alle Informationen über die Welt ausserhalb des mit meinen Sinnen unmittelbar erfahrbaren Bereichs ausschließlich über die Medien bekomme, lässt immer wieder Zweifel am Wahrheitsgehalt und vielleicht sogar in besonders ver-Zweifelten Momenten an der ganzen per Medien mir vorgeführten Welt aufkeimen.
Es stellt sich also die Frage, wie ich diese Zweifel in den Griff bekomme.
Denn einfach zu sagen: "Die lügen alle" ist kein sinnvoller Weg.
Oder vielleicht doch?
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Die Suche nach der Wahrheit
arica, 18:19h
Wahrheit - ein großes Wort.
Zuerst kann man sich fragen: Gibt es überhaupt eine objektive Wahrheit? Viele denken, Wahrheit käme auf den Standpunkt an.
Nehmen wir ein Beispiel: Die Frage "Ist Stefan zu Hause?". Diese Frage stellt Peter, der an der Haustür klingelt, an Stefans Vater.
Nun, es wird wohl keiner daran zweifeln, dass es in diesem Fall eine objektive Wahrheit gibt, nämlich die physische Anwesenheit von Stefan im Haus.
Ob allerdings sein Vater die Wahrheit kennt, sei dahin gestellt. Und auch ob er dann die Frage wahrheitsgemäß - also soviel er weiß - beantworten will, auch.
Hier gibt es also neben der objektiven Wahrheit mindestens 2 weitere:
1.Vaters Glaube über den Verbleib seines Sohnes - vielleicht hat Peter sich ja rausgeschlichen, um seine Freundin zu treffen.
2. Peters Erkenntnis nach der Auskunft des Vaters.
wenn jetzt Stefan aus irgendeinem Grund nicht Herr seiner Sinne ist, z.B. tot im Straßengraben, weil er heimlich Vaters Auto genommen hat, um seine Freundin zu beeindrucken, dann gibt es in diesem Moment - nämlich an der Haustür - vielleicht niemanden, der die objektive Wahrheit kennt.
Aber sie existiert zweifelsohne.
Also: Auch wenn die Wahrheit über einen Umstand niemandem bekannt ist und auch sehr schwer zu ergründen ist, heißt das noch lange nicht, dass es sie nicht gibt.
Nehmen wir jetzt ein politisches Beispiel.
Waren die Astronauten auf dem Mond?
Es gibt ja immer wieder aufkommende Verschwörungstheorien, die das bestreiten.
Erst mal die objektive Wahrheit: Die gibt es natürlich. Entweder waren sie dort oder nicht.
Am nächsten dran sind sicherlich die Astronauten selbst. Wenn sie nicht unter Halluzinationen litten, wissen sie ganz sicher, ob sie auf dem Mond waren oder nicht. Das vergisst man ja nicht so einfach wieder.
Dann das Bodenpersonal. Das kommt auch ziemlich nah dran. Dem könnte man nur ganz schwer was vormachen.
Und dann kommen eigentlich gleich wir: Die Medien-Informierten.
Wir sind nicht allzu nah dran an der Wahrheit, bzw. an der Gewissheit über die Wahrheit. Und hier liegt die Quelle für Spekulationen und Theorien.
Niemand vermag der Bevölkerung einen echten Beweis vorlegen, der alle überzeugen wird.
Das liegt schlicht daran, dass man im Grunde nichts wirklich beweisen kann - natürlich vor Gericht, aber nicht im wirklichen Leben.
Freilich wird man jetzt sagen, Peter und Stefans Vater gehen einfach in Stefans Zimmer und sehen nach, dann haben sie den Beweis.
Aber all die anderen? Wir, die Zuschauer? Wie sollen wir glauben? Wie kritisch müssen wir sein?
Ich habe diesen Blog eröffnet, um nach einem Weg zu suchen, als einer von Milliarden Medien-Informierten die Wahrheit hinter der Informations- und Nachrichtenflut zu erkennen.
Und ich fordere alle auf, daran mitzuwirken!
Es geht nicht um das Sammeln oder Entkräften von Verschwörungstheorien - auf keinen Fall!
Es geht eher um so Fragen wie: Wenn ein Politiker sagt "Die Rente ist sicher", bedeutet das immer das Gegenteil? Ist das vielleicht ein Code? Oder wie?
Zuerst kann man sich fragen: Gibt es überhaupt eine objektive Wahrheit? Viele denken, Wahrheit käme auf den Standpunkt an.
Nehmen wir ein Beispiel: Die Frage "Ist Stefan zu Hause?". Diese Frage stellt Peter, der an der Haustür klingelt, an Stefans Vater.
Nun, es wird wohl keiner daran zweifeln, dass es in diesem Fall eine objektive Wahrheit gibt, nämlich die physische Anwesenheit von Stefan im Haus.
Ob allerdings sein Vater die Wahrheit kennt, sei dahin gestellt. Und auch ob er dann die Frage wahrheitsgemäß - also soviel er weiß - beantworten will, auch.
Hier gibt es also neben der objektiven Wahrheit mindestens 2 weitere:
1.Vaters Glaube über den Verbleib seines Sohnes - vielleicht hat Peter sich ja rausgeschlichen, um seine Freundin zu treffen.
2. Peters Erkenntnis nach der Auskunft des Vaters.
wenn jetzt Stefan aus irgendeinem Grund nicht Herr seiner Sinne ist, z.B. tot im Straßengraben, weil er heimlich Vaters Auto genommen hat, um seine Freundin zu beeindrucken, dann gibt es in diesem Moment - nämlich an der Haustür - vielleicht niemanden, der die objektive Wahrheit kennt.
Aber sie existiert zweifelsohne.
Also: Auch wenn die Wahrheit über einen Umstand niemandem bekannt ist und auch sehr schwer zu ergründen ist, heißt das noch lange nicht, dass es sie nicht gibt.
Nehmen wir jetzt ein politisches Beispiel.
Waren die Astronauten auf dem Mond?
Es gibt ja immer wieder aufkommende Verschwörungstheorien, die das bestreiten.
Erst mal die objektive Wahrheit: Die gibt es natürlich. Entweder waren sie dort oder nicht.
Am nächsten dran sind sicherlich die Astronauten selbst. Wenn sie nicht unter Halluzinationen litten, wissen sie ganz sicher, ob sie auf dem Mond waren oder nicht. Das vergisst man ja nicht so einfach wieder.
Dann das Bodenpersonal. Das kommt auch ziemlich nah dran. Dem könnte man nur ganz schwer was vormachen.
Und dann kommen eigentlich gleich wir: Die Medien-Informierten.
Wir sind nicht allzu nah dran an der Wahrheit, bzw. an der Gewissheit über die Wahrheit. Und hier liegt die Quelle für Spekulationen und Theorien.
Niemand vermag der Bevölkerung einen echten Beweis vorlegen, der alle überzeugen wird.
Das liegt schlicht daran, dass man im Grunde nichts wirklich beweisen kann - natürlich vor Gericht, aber nicht im wirklichen Leben.
Freilich wird man jetzt sagen, Peter und Stefans Vater gehen einfach in Stefans Zimmer und sehen nach, dann haben sie den Beweis.
Aber all die anderen? Wir, die Zuschauer? Wie sollen wir glauben? Wie kritisch müssen wir sein?
Ich habe diesen Blog eröffnet, um nach einem Weg zu suchen, als einer von Milliarden Medien-Informierten die Wahrheit hinter der Informations- und Nachrichtenflut zu erkennen.
Und ich fordere alle auf, daran mitzuwirken!
Es geht nicht um das Sammeln oder Entkräften von Verschwörungstheorien - auf keinen Fall!
Es geht eher um so Fragen wie: Wenn ein Politiker sagt "Die Rente ist sicher", bedeutet das immer das Gegenteil? Ist das vielleicht ein Code? Oder wie?
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